Eine königliche Dreikönigstagkuchenkönigsgeschichte (achtung, Zungenbrecher!)

Die Dreikönigstag-Dreikönigskuchenkönigin

Es ist ja so eine Sache mit dem Dreikönigstag. Die wenigsten von uns wissen gar nicht mehr, warum man diesen feiert. Und wenn wir ihn feiern, dann verbinden wir das Fest mit dem Dreikönigskuchen. Der absolut leckere süsse Hefeteig, traditionell gespickt mit Weinbeeren oder neu interpretiert auch mit Schokiwürfeli. Und dem versteckten König natürlich. Oder je nach Ort findet man sogar auch mal eine Königin. Jährlich beisst sich sicher irgendjemand einen Zahn oder eine Zahnplombe an dem Plastikkönig aus und darf bereits zu Beginn des Jahres zum Zahnarzt.

Dennoch ist es ja eben genau der Grund, warum der Dreikönigstag so beliebt ist. Der Reiz des Zufalls. Egal, wer behauptet, es gäbe sichere Anzeichen dafür, dass man den König bereits beim ersten Bissen finden würde, man beraubt sich des Spasses, wahllos einfach ein Dreikönigskuchenweggli vom Dreikönigskuchenbrot abzubrechen und nach dem König zu suchen und Dreikönigstagskuchenkönig zu werden.

Dieses Jahr, ich muss es gestehen, ist mir erst auf der Nachhausefahrt vom abendlichen Hundespaziergang in den Sinn gekommen, dass ja eben der Dreikönigstag oder "Dreikönigskuchentag" wäre und ich mich selber dem Erlebnis beraubt habe, für einmal Königin zu werden. Tatsächlich gibt es Glückspilze, die werden beinahe jedes Jahr König oder Königin. Jährlich sozusagen. Als wäre es ein ungeschriebenes Gesetz. Ich gehöre nicht zu dieser Spezies. Ich bin vielleicht in meinem ganzen Leben zweimal Königin geworden und vielleicht in der Kindheit noch dreimal aus Mitleid, weil ich nie das richtige Stück DreikönigskuchenKönigsweggli ausgewählt habe. Was niemand weiss, aber der Wahrheit entspricht: Obwohl ich sehr gerne Dreikönigstagkönigin geworden wäre (ich hätte dann meinen Bruder zum Abwaschen schicken können), war ich froh, nicht mit einer so dämlichen Krone auf dem Kopf herumzulaufen und den Leuten den Willen aufzudrücken. Das ist nämlich das, was man offenbar in der Gesellschaft gemeinhin als König macht: Nichts machen und die anderen arbeiten lassen. Ich mag mich sogar erinnern, dass ich unserem damaligen Hund sehr gerne die Krone aufsetzte, denn sie war die wahre Königin für mich. Das Ungleichgewicht der "Königskuchenkönigstradition" hat sich übrigens bis heute gehalten. Mein Mann ist mit Abstand der DreikönigskuchenKönigfindenmeister – auf Lebzeiten.

Dreikönigskuchenönigsucher

Aber zurück in den Vorabendstress. In fünf Minuten schliessen die Läden, hiess es, und ich eilte im Migros die Treppe hinauf zum Bäcker, um noch zu schauen, ob ein Königskuchen eventuell noch da wäre. Das Glück war mir hold! Golden braun leuchteten sie vom Regal herunter und ich entschied mich für den Kleinsten, da war die Chance ja doch am Grössten. Gesagt, getan und bereits im Auto vernaschte ich das Königskuchenweggli mit dem angeblichen Dreikönigskuchenkönig drinnen. Selbstverständlich, ich hatte nichts anderes erwartet, war kein Dreikönigskuchenkönig im DreikönigskuchenKönigsweggli. Ich verliere sogar gegen mich selber. Mit dieser doch philosophischen Betrachtung meiner Glücksträhne in Sachen Dreikönigskuchenohnedreikönigskuchenkönig – schliesslich ist es Tradition, dass ich nicht gewinne – fuhr ich nach Hause.

Zur Abwechslung vielleicht mal eine Dreikönigskuchenhundekönigin oder -hundekönig?

Meine drei Fellnasen lieben Königskuchen. Auch den vom Dreikönigstagkuchen. Alle drei bezirzten mich und bettelten um den so fein duftenden goldenen Dreikönigskuchen. Ich fand die Idee grossartig. Schliesslich können sie den König ja "erschnüffeln". Ich unterzog den Dreikönigskuchen sofort dem Ritual des "Abschnüffelns" durch die Hunde. (Ein Meisterstück sondergleichen, denn sie durften ihn nicht berühren – aus naheliegenden Gründen). Da alle das gleiche Stück wollten (warum wohl?), brauchte es etwas Motivation, sie auch noch für ein anderes Dreikönigskuchenkönigsweggli zu begeistern. Biba durfte als Älteste zuerst auslesen und gewissenhaft brach ich die Wegglis ab und legte sie so hin, dass die Hunde sie nicht gerade verschlingen konnten. Vorsichtig drückte ich die königlichen Dreikönigskuchenkönigsweggli ab – nichts. Gerade in diesem Moment ging die Türe auf und mein Mann trat herein. Ich sagte lachend: "Hei, Du bist König geworden!", denn nur noch ein Stück klebte am grossen Dreikönigskuchen in der Mitte. Die Freude meines Mannes war natürlich gross und er packte sich ein abgebrochenes Dreikönigskuchenkönigsweggli und biss hinein. "Halt", sagte ich, "das ist dasjenige von Biba, Deines steckt noch am Dreikönigskuchen!" "Egal", sagte mein Mann, "ich bin dennoch König geworden!", sagt's und legt den König auf den Tisch. Das königliche Dreikönigskuchenstück, welches Biba auswählte, hatte tatsächlich den Dreikönigskuchenkönig versteckt. So gut versteckt, dass wir diesen nicht mal ertasten konnten. Die Quintessenz über die Dreikönigskuchenkönigssuchgeschichte ist ebenfalls Tradition: Biba wäre wohl Dreikönigskuchenkönigin, aber schlussendlich hat mein Mann das richtige Stück gewählt und war somit Dreikönigstagskuchenkönig. Wie immer. Traditionen soll man aufrechterhalten.

Eure Dreikönigstagskuchenkönigkurzgeschichtenschreiberin

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