Zusammenfassung des Info-Abends in Rickenbach betr. Stand Windkraftanlage Stierenberg Kt. LU



 Meine Lieben

Am Montagabend besuchte ich den Informationsanlass der Gemeinde Rickenbach. Diese informierte neutral über den Stand der Dinge betreffend den umstrittenen Windanlagen. Ich habe den Abend protokolliert und den Text von Gemini auf das Wichtigste zusammengefasst. Der Grund, warum ich transparent dazu informiere war die Fülle der Informationen. Gemini hat sortiert und geordnet und zusammengefasst und ich habe nun alles ergänzt, zum Teil umgeschrieben. Dennoch sind die Angaben relativ knapp gehalten. Das Ziel ist, sich besser über geplante Windkraftanlagen, egal wo sie entstehen, zu informieren, die Abläufe zu verstehen. Im Kanton Luzern zum Beispiel wurde ein kantonales Gesetz verabschiedet, wo ein Referendum gegen ein geplante Anlage von der Bevölkerung nicht mehr eingereicht werden kann. Die Gemeinde kann wohl noch in einem gewissen Sinne mitentscheiden, aber im Grunde sind die Einwohner von Rickenbach und Umgebung "entmachtet" worden und können höchstens noch wie eine Marionette nicken. Die nachfolgenden Auflistungen, Gedanken, Feststellungen sind ein Zusammenschnitt aus dem Protokoll des Abends. 

🌪️ Infoabend Windenergie Stierenberg: Zwischen Bürgerprojekt und kantonalem Richtplan

Ort: Rickenbach, KUBUS | Datum: 17. Januar 2025 | Zeit: 19:30 Uhr Thema: Geplante Windkraftanlagen am Stierenberg (AG/LU)

Letzten Montagabend fand die Informationsveranstaltung zur geplanten Windenergieanlage am Stierenberg statt. Oder sollte ich besser sagen: zu den geplanten drei 180 Meter hohen Windrädern?

Der Abend war von vornherein brisant, denn die entscheidende Frage stand im Raum: Kann die lokale Bevölkerung überhaupt noch Nein sagen, wenn die höheren Ebenen – Bund und Kanton – bereits Fakten geschaffen haben?

Der Gemeindepräsident eröffnete den Abend mit dem Ziel, Transparenz über den Stand des Projekts und die verbliebenen Optionen zu schaffen. Das große Bedauern: Die Rickenbacher Bevölkerung kann nicht mehr über das Projekt abstimmen; der Gemeinderat hat nur noch ein Mitwirkungsrecht.


1. Das "Bürgerprojekt" Stiereberg: Ein ambitionierter Start

Das Projekt wurde von Priska und Roland Wismer-Felder als Herzensangelegenheit vorgestellt, getragen von der Überzeugung, dass die Energiewende vorwärts gehen muss. Die zentrale Botschaft: Es ist ein Bürgerprojekt, finanziert von den Initianten und über 80 privaten Darlehensgebern, das die lokale Bevölkerung mitreden und direkt profitieren lassen soll.

2. Kantonale und Bundesseite: Die Fakten sind geschaffen

Die Referate von Julian Gerber (BFE) und Judith Schmutz (Kanton Luzern) machten deutlich, wie sich die Rahmenbedingungen zugunsten der Windenergie verändert haben:

  • Die Zuständigkeit liegt neu beim Kanton. Es gibt keine kommunale Beschlussfassung oder Baubewilligung mehr.

Wichtige Präzisierung zum Richtplan: Der Richtplan des Kantons LU hat die Standorte Stierenberg und Buttenberg – Rickenbach wäre gleich mehrfach betroffen – lediglich als mögliche Standorte aufgenommen. Dies bedeutet nicht, dass die Windräder zwingend gebaut werden müssen.


3. Die Finanzielle Fassade: Gewinne sind nicht garantiert

Von allen Referenten wurde betont, dass bei fehlender lokaler Beteiligung die "Bazeli" (Gewinne, Vorteile) "sonst irgendwo anders hinfliessen".

  • Rentabilität ist nicht sofort gesichert: Eine Windkraftanlage ist ein Großprojekt (Kosten 2020: 20 Millionen CHF), dessen Rentabilität nicht per sofort, sondern eventuell erst nach Jahren gesichert ist. Es liegen keine aktuellen Zahlen zur Wirtschaftlichkeit vor.

  • Fehlende Transparenz zur Verlustpraxis: Während von Rendite, Bazeli und Crowdfunding gesprochen wurde, blieb die entscheidende Frage unbeantwortet: Wie sähe die Verlustpraxis aus? Müssten die Gemeinde oder private Beteiligte im Falle eines Defizits für die Verluste aufkommen?

  • Steuerliche Auswirkungen: Würde ein Einstieg der Gemeinde in das Projekt eine eventuelle, vorübergehende Steuererhöhung nach sich ziehen?


4. Der heiße Stuhl: Kernpunkte der Kritik und die flapsige Antwort

Die Diskussion zeigte, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung massiv fehlt, vor allem angesichts der unklaren Finanzierung und der Langzeitrisiken:

  • Der Konflikt um den Volkswillen: Ein junger Mann fragte Frau Wismer direkt, warum sie so verbissen an dem Projekt festhalte, obwohl Rickenbach mehrmals Nein gesagt habe.

    • Die flapsige Antwort: "Wenn wir es nicht bauen, kommt jemand anders."

  • Gesundheitliche Auswirkungen und Infraschall: Ein Bürger erkundigte sich nach der Haftung bei gesundheitlichen Problemen der Einwohner (z.B. durch Infraschall).

    • Die Antwort eines Referenten war verblüffend: Windanlagen würden keinen Infraschall produzieren.

    • Anmerkung des Bloggers: Diese Aussage erstaunt umso mehr, als Infraschall und dessen Auswirkungen gerade in Deutschland ein intensiv diskutiertes und untersuchtes Thema sind.

  • Grenzüberschreitender Umweltschutz (Kt. AG): Die Anlagen sollen nur 50 Meter an die Waldschutzzone des Kantons Aargau heran gebaut werden, wo seltene Amphibien und Vogelarten vorkommen.

  • Haftung, Risiko und Rückbau: Die vollständige Rückbau von xxx Tonnen Stahl und Beton im Boden ist eine enorme Aufwendung. Diese Kosten müssen im Grunde bereits heute gesichert hinterlegt werden, damit die Rentabilität gesichert ist und der Verlust nicht sozialisiert wird.

  • Lokaler Widerstand: Auch Einwohner von Rickenbach stellte die Frage nach der Nähe zur Aargauer Schutzzone. n

5. Offene Fragen: Der Katalog der Unklarheiten

Folgende kritische Fragen und Bedenken der Bevölkerung blieben am Abend entweder unbeantwortet oder wurden nur vage geklärt:

  • Gesundheitliche Risiken: Die Behauptung, Windanlagen würden keinen oder kaum Infraschall produzieren – stimmt diese Aussage vor dem Hintergrund internationaler Diskussionen? Wer zahlt bei gesundheitlichen Schäden?

  • Finanzielle Transparenz: Wie hoch sind die aktuellen Projektkosten?

  • Verlustpraxis: Wer kommt für Defizite auf? Müssen die Gemeinde oder private Investoren nachzahlen?

  • Langzeitsicherheit: Wer garantiert den Rückbau, wenn der Betreiber zahlungsunfähig ist?

  • apropos Rückbau: Ein Rückbau der Betonelemente ist unrealistisch. Da wird das Volk einfach für dumm verkauft. Damit ein 180 Meter hohes Windrad genügend Stabilität bei starken Wind bekommt, braucht es Unmengen von Armierung im Beton. Dies "herauszubohren" ist absolut unrealistisch. Sprengen würde da wohl eher gehen...aber auch das ist nicht sehr umweltverträglich. Also...die Betonfundamente werden nach einem Rückbau wohl im Boden verbleiben. 

  • Umweltschutz AG: Wie wird der Schutz der Aargauer Waldschutzzone gewährleistet? Wurde der Kanton Aargau in die UVB-Abklärungen einbezogen?

  • Kommunikation: Warum wird das Projekt verbissen weitergeführt, obwohl Rickenbach mehrmals Nein gesagt hat?

  • gerade heut  in der AZ publiziert, dass die Abstimmung gegen die Windparkanlage ober Beinwil Freiamt auf dem Lindenberg verworfen. Ein wichtiges und klares Zeichen der Bevölkerung. 

6. Das Stimmungsbild: Ein klares Zeichen

Die Meinungsumfrage am Abend zeigte: 40 Ja-Stimmen standen 50 Nein-Stimmen gegenüber. Ebenso solche, die eher nein stimmten.  (Anmerkung: Dies ist ein klares Votum der Anwesenden gegen die Windenergieanlage am Stierenberg und nicht, wie in einer Zeitung teilweise dargestellt, ein "knappes Nein").

Fazit: Was bleibt?

Die entscheidenden Fragen zum Umweltschutz auf Aargauer Seite und zur Akzeptanz des lokalen Volkswillens bleiben unbeantwortet und sind das "Buch mit sieben Siegeln", das es nun zu öffnen gilt.

Wer sich übrigens mal intensiv anschauen möchte, wie die Landschaft auf  LUZERNER und  AARGAUER  SEITE sich verändert, wenn die Windanlagen stehen würden kann auf der Website www.mullwiler-Gegenwind.ch die Filmanimationen dazu anschauen. 

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