Die Milch kommt aus der Tüte und der Strom aus der Steckdose




Die Milch kommt aus der Tüte und der Strom aus der Steckdose




Meine lieben Wynental unplugged-Leserinnen

Zugegeben – über die Erzeugung und den Verbrauch von Strom zu sprechen und zu lesen, ist nicht genau das, was man in einem Blog vom Wynental sucht. Der letzte Blog zum Stromkongress ist zwar auf Interesse gestossen, aber viele fragten sich: Was hat das mit dem Wynental zu tun?

Zukunftsvision? 
Ich bat KI aus meinem Bild vom Abendrot den "Stromstecker anzuhängen". Also Text von mir, Foto von mir aber der Schnee und die Laterne etc von Gemini KI


Ich bin immer noch fasziniert davon, dass Hitachi Energy in Lenzburg innovative Halbleiter produziert. Die Firma setzt konsequent auf Nachhaltigkeit und befasst sich mit Themen wie effizienter Stromgewinnung und dem Fachkräftemangel. Aber auch die Problematik der alten Stromnetze wird ernst genommen. Dies ist ein sehr grosses Problem, denn nicht nur die Stabilität des Netzes ist wichtig, sondern auch dessen Finanzierung.

In unserer verstädterten ländlichen Umgebung und Bevölkerung ist die Information über diese Problematik wichtig. Wichtig auch, wie sich alles zusammensetzt: der Strompreis, die Netznutzung und die Frage, woher das Geld für die Modernisierung kommt. Der Strom, so scheint es im Wynental (ich wurde dessen belehrt), kommt hier ja einfach aus der Steckdose – und sonst nirgends her ;-).

Hier bei uns wollen auch Besitzer von Photovoltaikanlagen den Strom ins Netz zurückspeisen. Sie müssen jedoch lernen, dass dies wegen des alten Netzes und der schwerfälligen Infrastruktur im Moment nicht zufriedenstellend möglich ist. Wie schon im letzten Blog erwähnt, dürfen seit dem 1.1.2026 nur noch maximal 70% des erzeugten Stroms ins Netz zurückgespiesen werden – ganz einfach, um eine Netzüberlastung und einen Zusammenbruch des Systems zu verhindern.

Da fragt man sich, wie wäre es denn, wenn plötzlich bei uns ein Blackout passieren würde? Nicht gerade fünf Tage wie in Berlin, sondern sagen wir mal zwei Tage. Ehrlich? Das würde uns an die absoluten Grenzen bringen.

Eine Nachfrage bei der Altersresidenz Falkenstein und dem Pflegezentrum Sonnenberg zeigt, dass man sich dort darauf konzentriert, die ersten 24 Stunden zu überbrücken. Das Spital ASANA Menziken kann eine bedeutend langfristigere Lösung anbieten. Auf meine Anfrage kam folgende Antwort zurück (O-Ton!):

Das Asana Spital Menziken ist bestens darauf vorbereitet!

„Sollte es im Wynental zu einer Stromunterbrechung oder gar zu einem Stromausfall kommen, könnte sich unser Spital über mehrere Monate hinweg «selbst versorgen». Dies aufgrund der stets vorhandenen 95'000 Liter Ölreserven in unserem Tank. Sämtliche kritischen Geräte, welche die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten sicherstellen, sind «USV gesichert». Dies bedeutet, dass die Geräte unterbruchfrei weiterlaufen. Bereits 90 Sekunden nach einem Stromunterbruch schaltet sich unser Dieselgenerator ein, welcher sich dann auf 50 Hz synchronisiert, und die Stromversorgung übernimmt. Beim EWS ist ein kleineres Notstromaggregat permanent für uns reserviert, welches in einem solchen Fall abgeholt und mühelos bei uns als zusätzliche Stromquelle angeschlossen werden kann. Um absolute Sicherheit zu gewährleisten, führen unsere Experten monatlich Prüfungen und Testläufe durch.“

Altersresidenz FALKENSTEIN Menziken und Pflegezentrum Sonnenberg Reinach:

Das Notfallkonzept in der Altersresidenz Falkenstein ist für einen Black-Out gut gerüstet. Der Notfallplan umfasst unter anderem, dass z.B. ein Lift weiter funktionieren wird, damit die betagten Einwohner sich sicher im Gebäude bewegen können. Dies im Neubau und Haus B. Die Küche wäre nicht angehängt, aber die Mahlzeiten würden vom Spital Menziken kommen und in speziellen Wärmeboxen geliefert. Photovoltaikanlagen auf dem Dach würden in einer Batterie gespeichert und würden über die ersten Stunden hinweghelfen. Die EWS Energie AG würde Notstromaggregate vorbeibringen. Dies wäre alles in einem Notfallplan hinterlegt. Auch der Server und das Notlicht könnten vorübergehend weiterbetrieben werden. Einmal im Jahr wird übrigens das ganze System getestet.

Im Pflegezentrum Sonnenberg, wie die Institution kurzum genannt wird, sieht es ähnlich aus. Mirjam lo Conte, Geschäftsleiterin des Pflegezentrums erzählte, dass sie vor ca. 2 Jahren einen vierstündigen Black-Out bewältigen mussten. Dies wäre sehr eindrücklich gewesen, denn neben allem wäre ihr erst damals so richtig bewusst geworden, wie "laut" es dank allen strombetriebenen Geräten wäre. Kein Summen, kein Piepen. Einfach nichts. Dunkel und still. Ich finde diese Aussage sehr wichtig und überaus spannend. Ein Black-out stellt man sich in der Bevölkerung ja eher so "romantisch" vor. Aber neben dem "Löschen der Lichter" ist auch der psychische Aspekt nicht zu unterschätzen. Ansonsten läuft das weitere Prozedere im Pflegezentrum genauso wie im Notfallplan vorgesehen.

Die Abhängigkeit des Strom für unser Leben und die Arbeit, das Funktionieren der Gesellschaft, der Wirtschaft ist beängstigend. Strom kommt aus der Steckdose, unsichtbar und man verliert auch oft den Respekt davor. Hinter der Steckdose beginnt eine eigene Geschichte des Stroms. Wir müssen nicht bei Thomas Edison beginnen, um zu verstehen, dass ein überlastetes Netz für Industrie und Gewerbe nicht mehr attraktiv sein kann. Wir müssen uns sputen und schauen, was wir tun können, um ein intelligentes Netz möglichst schnell aufzubauen. Denn so «romantisch» die Stille eines Blackouts im ersten Moment klingen mag, so sehr sind wir auf die Sicherheit angewiesen, die uns Institutionen wie das Spital oder unsere Alterszentren bieten. Ein stabiles Netz ist kein Luxus, sondern die Basis für unser Zusammenleben hier im Tal. 

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