Die Frage ist: Wie rentabel muss unser Gesundheitssystem sein?
Die Frage ist: Wie rentabel muss unser Gesundheitssystem sein?
Nicht einmal 24 Stunden nach der offiziellen Medienmitteilung der ASANA Gruppe hat die SP des Kantons Aargau eine offizielle Medienmitteilung verfasst
Foto: Roland Marti Wynentalerblatt
Status quo
Am Mittwochnachmittag orientierte das ASANA Spital Menziken über die Schliessung des Akutspitals
Die LUKS-Gruppe übernimmt den Rettungsdienst, die Hausarztpraxis sowie das Ambulatorium, dessen Sprechstunden-Angebot angepasst wird
Entsetzen über das Vorgehen
Die SP des Kantons Aargau ist von der Vorgehensweise und von der Schliessung der Akutabteilung, welche auch den 24-Stunden-Notfalldienst beinhaltet, entsetzt
Für Luzia Lanz, Grossrätin aus dem Bezirk Kulm, kommt es überhaupt nicht in Frage, dass die Mitarbeiter die Rechnung für eine kantonale Fehlpolitik bezahlen müssen
Diese Entscheidung ist ein Schock
Nicht nur für die Belegschaft ist die Hiobsbotschaft vom Mittwochnachmittag kaum zu stemmen. Auf Nachfrage betont Markus Estermann, Präsident der Bezirkspartei SP Kulm, dass die Schliessung ein harter Schlag für das Wynental sei. Der Entscheid sei für alle ein Schock, sagte Estermann. Das Spital Menziken ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Für die Entlassenen müsse zwingend ein fairer Sozialplan aufgestellt werden
Zudem ist festzuhalten, dass nicht nur das Spital selbst von der Schliessung der Akutabteilung betroffen ist. Das ganze lokale Gewerbe wie Zulieferer, Handwerker und Dienstleister wird die Auswirkungen spüren. Das Spital Menziken zählt zu den wichtigsten und grössten Arbeitgebern der Region. Vom Bäcker über den Gaslieferanten bis zum kleinen Geschenkeladen – bei einem solch bedeutenden Betrieb hat eine derartig hohe Personalentlassung unweigerlich starke Folgen für das Gewerbe im ganzen Einzugsgebiet.
Akutversorgung ist kein Luxus
"Für die Bevölkerung im Wynen- und Seetal ist eine wohnortsnahe Akutversorgung kein Luxus», sagt Lanz
Die Beschäftigten dürfen nicht zum Kollateralschaden einer verfehlten Struktur- und Finanzierungspolitik werden
Kritik am Aargauer "Pseudo-Wettbewerb"
In der Mitteilung der SP Aargau wird deshalb auch die gute Struktur der LUKS-Gruppe erwähnt
"Dass die LUKS-Gruppe wichtige Angebote in Menziken übernimmt, zeigt zugleich die Stärken eines integrierten Spitalnetzwerks. Rettungsdienst, Hausarztpraxis, ambulante Versorgung, spezialisierte Medizin und stationäre Behandlung können innerhalb einer gemeinsamen Struktur koordiniert werden. Die LUKS-Gruppe beschreibt ihr Modell selbst als koordiniert und digital vernetzt und stellt für die Region den Zugang zu ihrem gesamten akutstationären Angebot in Aussicht."
Genau diese Koordination fehlt im Aargau
«Die Lösung ist nicht, noch mehr Spitäler dem Markt zu überlassen», sagt Lucia Engeli, Co-Präsidentin der SP Aargau
Eine gemeinsam geplante Spitalgruppe könnte Assistenzärztinnen und Assistenzärzten sowie weiteren Gesundheitsfachpersonen vollständige Aus- und Weiterbildungspfade an verschiedenen Standorten anbieten
Keine falsche Antwort auf die Schliessung
Ausgerechnet in dieser von Spitalschliessungen geprägten Zeit will der Regierungsrat nun auch noch per Gesetzesanpassung die Grundlage schaffen, um die kantonalen Beteiligungen am KSA, KSB und an den Psychiatrischen Diensten Aargau teilweise oder vollständig verkaufen zu können
Die Schliessung zeigt, dass der Kanton mehr Möglichkeiten zur Planung und Koordination braucht, nicht weniger
Petition lanciert: "Wir brauchen diese Arbeitsplätze!"
Um den Forderungen Gehör zu verschaffen, hat Grossrätin Lucia Lanz eine offizielle Petition gestartet. In der Petitionsbeschreibung findet sie klare Worte für die Situation in unserer Region:
"Wir brauchen diese 150 Arbeitsplätze in unserer Region und eine Gesundheitsversorgung, welche in angepasster Weise effizienter, günstiger und näher bei den Menschen hier vor Ort ist.
Unser Bezirk Kulm zählt aktuell fast 47'000 Einwohner. In den nächsten 20 Jahren ist von einem weiteren Wachstum von 20 Prozent auszugehen. Eine Versorgungsregion dieser Grösse hat Anspruch auf eine konkrete Einbindung in die strategische Spitalplanung. Wer ist hier eigentlich der Patient? Diese Frage stellt sich, wenn die Luzerner Kantonsspitäler die medizinischen Grundversorgungsaufgaben im Spital Menziken im Kanton Aargau übernehmen müssen."
Die Petition fordert vom Regierungsrat konkret:
Dass der Kanton Aargau die Verantwortung gegenüber den Regionalspitälern wahrnimmt.
Dass der Regierungsrat eine verbindliche Strategie zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung für das Spital Menziken vereinbart.
Dass der Regierungsrat ein breites Grundversorgungsangebot mit versorgungsrelevanten, kostendeckenden Vorhalteleistungen für Regionalspitäler garantiert.
Dass der Regierungsrat seine Verantwortung über den Erhalt der 150 Arbeits- und Ausbildungsstellen im Gesundheitsbereich in der Region wahrnimmt.
Denn mit der richtigen Finanzierung ist die Gesundheitsversorgung vor Ort günstiger, effizienter und näher an den Menschen.
Hier geht es zur Online-Petition:
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